Ladengeschäft - Chiemgauer Heimatwerk
Ladengeschäft - Chiemgauer Heimatwerk
Chiemgauer Heimatwerk Gabriele Herrmann Dirndl ❖ Tracht ❖ Tradition
Chiemgauer Heimatwerk                                                                 Gabriele Herrmann      Dirndl  ❖  Tracht  ❖  Tradition

Entstehung & Historie ❖ Schneiderhandwerk

Entstehung des Schneiderhandwerks

 

In der römisch-griechischen Antike dominierte zunächst drapierte Kleidung,

erst die Verbreitung der Körperform angepasster Kleidung machte die Tätigkeit des Schneiderns notwendig.

Bis zum 12. Jahrhundert wurde Kleidung meist noch von der Familie selbst oder in Klöstern hergestellt;

daher kam der Beruf des Schneiders erst Mitte des 12. Jahrhunderts auf.

In Frankreich unterschied man zu dieser Zeit die Berufe Schneider und Näher (Nähknecht).

Der französische Schneider war im Unterschied zum Kleidermacher nicht in einer Zunft organisiert

und hatte daher weniger Ansehen und Aufträge.

Aus diesem Grunde wurde in Frankreich der Beruf häufig von Juden, denen der Zugang zu den Zünften verwehrt war, ausgeübt.

Dieser Zustand hielt an bis zur Abschaffung der Zünfte in Frankreich nach der französischen Revolution 1789.

Weil sie nach dem Verständnis früherer Zeiten Frauenarbeit verrichteten, waren Schneider jahrhundertelang dem Volksspott ausgesetzt.

Wie anhand vieler satirischer Überlieferungen belegt ist, galt der Schneider oft als Verliererfigur.

Noch heute heißt es bei manchem Kartenspiel, dass derjenige einen „Schneider“ hat, der besonders wenige Punkte erreicht hat.

Die Nähknechte waren vielfach eher schmächtige, manchmal auch körperlich behinderte Menschen,

die körperlich schwere Arbeiten nicht ausüben konnten.

Dies trug viel zum schlechten Image des im „Schneidersitz“ mit unterschlagenen Beinen auf dem Tisch hockenden Schneiders bei.

Mit dem Aufkommen der Nähmaschinen ab etwa 1830 (siehe auch Schneiderrevolution),

verschwand dieser Hilfsberuf schnell, überlebte aber zeitweise noch im Zuarbeiter der Gesellen.

 

           Schneider bzw. Schneiderin

                               ist ein handwerklicher Lehrberuf der Textilverarbeitung.

 

Die Aufgabe des Schneiders ist es, Textilien zu Bekleidung zu verarbeiten.

Die Handwerkzeuge des Schneiders sind seit alters her Nadel, Faden, Schere und Bügeleisen, seit dem 19. Jahrhundert zunehmend auch die Nähmaschine.

Durch die Industrialisierung und Konfektionierung ist die handwerkliche Schneiderei stark zurückgegangen.

 

Als Ausbildungsberuf wird zwischen Damenschneider/Damenschneiderin und Herrenschneider/Herrenschneiderin unterschieden, je nachdem, für welches Geschlecht bevorzugt Kleidung hergestellt wird. Der hauptsächliche Unterschied liegt im Zuschnitt der Kleidungsstücke.

 

Im 19. Jahrhundert wurden in der Herrenschneiderei Schnittsysteme entwickelt, die eine genaue Passform und einen korrekten Sitz ergaben, während die Damenschneiderei eher „modellierte“ Kleidungsstücke bevorzugte, die mit Falten, Weite und Stoffzügen arbeiteten, um bevorzugt „schöne“ Effekte zu erzielen.

Der Damenschneiderberuf ist relativ neu und hat sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts als eigenständiges Handwerk etabliert; in älteren Zunftordnungen wird zur Meisterprüfung neben Näh- und Bügelproben, Anfertigung von Hosen, Schauben usw. auch die Fertigung eines „Frauenstückes“ gefordert.

 

Heute werden bei der Herstellung der Konfektion „von der Stange“, also jeglicher nicht individuellen Oberbekleidung, die wichtigen Fertigungstätigkeiten des Schneiderberufs größtenteils von Arbeitern in Billiglohnländern (z. B. China) übernommen.

Die Verarbeitung von Stoffen zu Kleidungsstücken ist nur begrenzt zu automatisieren und bleibt personalintensiv.

Gehalten haben sich jedoch kreative Berufszweige, wie Modeschneider und Modedesigner, hervorgegangen aus dem Zuschneider.

 

Schnittkonstruktion & Zuschneiden ist der größte Teil der Meisterausbildung

und ausschließlich Aufgabe des Schneidermeisters /in,

in dem er / sie Kleidung entwirft, dafür die Schnitte errechnet, aufstellt und zuschneidet,

danach die Anprobe absteckt und anpasst.

 

Neben dem Meister, der in der Regel der Inhaber des Betriebs war, gab es die Gesellen, die vor allem nähten, dressierten und bügelten.

Es gibt jedoch weiterhin, wenn auch in weitaus geringerem Umfang, den Maßschneider mit eigenem Atelier, bei dem die Kundin oder der Kunde sich unter anderem ein Kostüm, ein Kleid oder einen Anzug nach Maß fertigen lassen können. Neben besonderen Modell- oder Stoffwünschen kann der Maßschneider individuell auf Kunden mit von den Konfektionsgrößen abweichenden Maßen eingehen.

 

Es gibt spezialisierte Lederschneider; die Pelzverarbeiter nennen sich Kürschner.

Weißnäher beschäftigen sich mit Stickereien und Verzierungen auf weißen Textilien

wie z. B. Bettwäsche, Tischtüchern oder Taschentüchern, aber auch auf Damenunterwäsche.

Nicht mit der Herstellung betraut ist der Änderungsschneider (ursprünglich Flickschneider),

in Deutschland ein Ausbildungsberuf seit dem 1. August 2005,

der bezeichnungsgemäß Änderungen und Ausbesserungen an fertiger Oberbekleidung vornimmt.

 

Quelle: Wikipedia

 

Namensherkunft und Bedeutung

  • mittelhochdeutscher Berufsname "snidaere" => "Schneider, Schnitzer"

 

Tätigkeitsfeld

  • Zuschneiden und nähen von Kleidung nach Maß.
    • Wolltuch für einfache Leute
    • Samt und Seide für Fürsten, Hofgesinde, Adel und reiche Kaufmannschaft
  • Anfertigung von Baldachinen verschiedener Art
  • Anfertigung von Zelten für Feldläger, Jagd und Lustgärten.
  • Anfertigung von Pferdedecken zum Lanzenstecken, für Turniere
  • Wäsche- oder Weißnäherinnen nähten ausschließlich Bett- oder Tischwäsche.

 

Auf dem Lande - die "Noaderin"

   Nebenerwerb oder hauswirtschaftliche Tätigkeit.

Häufiger arbeiteten schneidernde Frauen außerhalb der Zünfte in den Städten,

     als Kleidernäherinnen oder Flickschneiderinnen.

 

 

Gilden in Städten

Ab dem 12. und 13. Jh. z. B. in Köln in den Bürgerlisten der Jahre 1135/1180 Schneider nachzuweisen.

Seit dem 14. Jh. waren Schneider, Schröder oder Kleidermacher zunehmend in Gilden organisiert.

1325 errichteten die Braunschweiger „Schrader“, 1352 ihre Frankfurter Kollegen eine Zunft.

In Münster läßt sich eine Schneidergilde bis in das Jahr 1366 zurückverfolgen

und in Lübeck stammt die erste Handwerksrolle aus dem Jahr 1370.

Das zünftig privilegierte Stadthandwerk versorgte zwar einen Teil des ländlichen Umlandes mit,

musste aber hier immer mit der Konkurrenz des Landhandwerks rechnen.

 

Rohstoffquelle - Bezugsquellen

Die zu verarbeitenden Stoffe mussten entweder vom Kunden gestellt

oder von einem Tuchhändlern (Tucherer, Gewandschneider) bezogen werden.

 

Mitarbeiter


Ein Meister durfte maximal 4 Lehrlinge und Gesellen beschäftigen.

Die Gesellen unternahmen keine weiten Wanderungen und suchten sich einen Meister in der näheren Umgebung,

wo sie gegen Kost und Logis beschäftigt wurden. Lehr- und Gesellenzeit dauerten insgesamt 4 bis 6 Jahre,

und dann konnte das Meisterstück abgelegt werden.

 

Wie in andern Handwerken auch war die Zahl der Gesellen und Lehrlinge beschränkt (Selten drei und mehr Gesellen).

Diese lebten noch im frühen 19. Jhdt. recht häufig im Haus ihres Arbeitgebers.

 

Allein in der Damenschneiderei fanden gelegentlich auch Frauen Beschäftigung. Mitarbeit von Meisterfrauen und -töchtern war in allen Bereichen der Schneiderei verbreitet. Die Ehefrauen oder älteren Töchter betreuten oft den weiblichen Teil der Kundschaft und führten insbesondere die Anproben durch, dies ersparte zusätzliche Lohnkosten.

 

Schneider gehörten nicht zu den wohlhabenderen Handwerkern, sondern finden sich vielmehr auffallend häufig auf städtischen Almosenlisten oder mit der Bemerkung „pauper“ gekennzeichnet. Das sprichwörtliche „arme Schneiderlein“ bestimmte das Berufsbild.

 

Wäscheschneiderinnen oder Weißnäherinnen

Wäscheschneiderinnen oder Weißnäherinnen nähten ausschließlich Bett- oder Tischwäsche und zählten daher nicht zur eigentlichen Schneiderei.

 

Meistersache: Zuschnitt und Formgebung

Wie durch die Entqualizierung der Wäsche- oder Weißnäherinnen deutlich wurde,

stellte dem gegenüber der Zuschnitt bzw. die Formgebung stets die qualifiziertere Tätigkeit dar.

Die Schnittmuster blieben vor allem dem Erfahrungswissen des Schneiders verhaftet und infolgedessen oft recht grob.

Die Maße, die mittels Schnüren und Papierstreifen festgestellt wurden, bezogen sich in erster Linie auf die Menge des erforderlichen Stoffes.

Ein Fehler beim Zuschnitt war teuer, weshalb Gesellen und Lehrlinge im Schneiderhandwerk in aller Regel nicht zuschneiden durften.

Erst im 19. Jahrhundert hielten drucktechnisch verfielfältigte Schnittmusterbögen — und damit erstmals standardisierte Größen — Einzug in gewerbliche Betriebe und häusliche Nähstuben. Das Zuschneiden des Stoffes geschah mit einer Zuschneideschere.

Von daher ist verständlich, daß die Schere das Symbol des Schneiderhandwerks wurde.

 

Englische Werkstätte ❖ Französische Werkstätte

In früheren Zeiten unterschied man zwischen Englischer und Französischer Werkstätte / Schneiderei, d.h.:

 

Englische Werkstätte umfasst die Anfertigung von Anzügen, Kostümen, Tailor, Jackett, Blazer, Mänteln - typische Herrenschneiderei

 

Französische Werkstätte hingegen die sehr weibliche Kleidung, wie Corsagen, Bustier, Corsett, Ball- / Abendkleider, Dirndl & Tracht,

sehr figurbetont, verspielt und aufwendig

 

Die Bezeichnungen rühren daher, dass in England hauptsächlich die strengen, klassischen Modelle typisch waren und gefertigt wurden,

die verspielten, mondänen Modelle typisch für Frankreich und Paris waren und dort der Schwerpunkt Ihrer Anfertigung war.

 

Nähvorgang

Der dem Zuschnitt folgende Nähvorgang besteht in der Herstellung einer Stichfolge, durch die Stoffe zusammengefügt, Schnittkanten befestigt und Verschlüsse angebracht werden. Die Feinheit der Nadeln bestimmte wesentlich die Stiche und Nähte.

Als Nähfäden überwogend Leinen und Wolle, erst später gewannen gezwirnte Fäden aus Baumwolle und Seide Zutritt.

Eine geübte Näherin konnte bei guten Lichtverhältnissen nur zwischen dreißig und maximal 60 Stiche pro Minute ausführen,

je nach Dicke des Stoffes.

 

Der Schneidersitz

Die Arbeitshaltung der Männer (ausschließlich) ist der Schneidersitz. Da diese in aller Regel schwerere Stoffe verarbeiteten,

nutzten sie den Tisch als Auflagefläche für das Nähgut, so daß die linke Hand (beim Rechtshänder) nicht mit dem Gesamtgewicht

des zu nähenden Kleidungsstückes belastet war und das Knie die linke Hand beim Fixieren der Nähstelle unterstützen konnte.

 

Schneider in typischer Sitzhaltung auf dem Zuschneidetisch in der Nähe der Tageslichtquelle. Aufgenommen zwischen 1932/35 in Haselünne

 

Quelle: GenWiki

Störhandwerker - Störschneiderin

 

Störhandwerker waren Handwerker,

die ihre Arbeit zur Gänze oder teilweise in fremden Häusern und Höfen ausübten.

 

Etymologisch ist die Bedeutung von „Stör“ ungeklärt.

Es besteht jedoch die Vermutung, dass sich der Begriff doch von „stören“ herleiten könnte, nämlich im Sinne von „die Zunftordnung stören“.

 

Allgemeines

„Auf die Stör gehen“ bedeutete, dass ein Handwerker zu einer bestimmten Zeit sein Werkzeug zusammen packte und sein Gewerbe für eine bestimmte Zeitspanne nicht in seiner Werkstatt sondern in einem fremden Haus oder Bauernhof vor Ort ausübte. Dort bekam er Kost und Quartier und darüber hinaus den vereinbarten Lohn. Störhandwerker sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

 

Stör-Handwerksgewerbe

Zu den Gewerben, die von Störhandwerkern ausgeübt wurden, zählten Schuster, Schneider und Weber.

Auch Kesselflicker oder Messerschleifer suchten sich ähnlich als Störhandwerker ihre Arbeit in fremden Häusern und Höfen.

Auch der Beruf des Sauschneiders kann zum Störhandwerk gerechnet werden.

 

Beschreibung

Von Stör-Handwerkern wurde alles, was in den Bereich des jeweiligen Gewerbes fiel und reparatur- oder erneuerungsbedürftig war,

wieder instand gesetzt oder neu hergestellt. Sie brachten ihr eigenes Werkzeug und teilweise auch Material wie Leder oder Stoffe mit auf den Hof, wurden auch dort verköstigt und beherbergt und für ihre Dienste nach Vereinbarung bezahlt. Für manche Schneiderin, im Berufsalltag an sitzende Tätigkeit gewöhnt, bedeutete das einen beschwerlichen, stundenlangen Fußweg mit der schweren und unhandlichen Handnähmaschine unter dem Arm. „Stör-Aufenthalte“ konnten je nach Hofgröße und damit verbundener Anzahl an Personen wenige Tage bis Wochen dauern. Stör-Handwerker waren mindestens bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts im Einsatz. „Auf die Stör“ gingen vor allem Schuster und Schneider.

Das Schusterhandwerk war auf Bauernhöfen, in denen bis in das vergangene Jahrhundert hinein vieles am Hof erzeugt

und auch wieder instand gesetzt wurde, unentbehrlich. Dasselbe galt für die Schneiderei.

Auch wenn einfache Reparaturen an Schuhen und Bekleidung von am Hof beschäftigten Dienstboten geleistet wurden, musste die Herstellung neuen Schuhwerks dem Schuster und das Schneidern neuer Kleider der Schneiderin oder dem Schneider vorbehalten bleiben.

Das Verschneiden von Leder oder Stoffen konnte und wollte man sich nicht leisten und auch am Bauernhof, wo früher vielleicht nicht alles so heikel war, mussten Schuhe und Bekleidung zumindest funktionell sein, das heißt einigermaßen passen und auch möglichst lang halten.

Die Störhandwerker arbeiteten im Auftrag des Bauern und stellten Schuhe und Bekleidung

für die Mitglieder der Bauernfamilie und für die Dienstboten her.

 

Unangenehme Begleiterscheinung für die Handwerker war, dass sie oftmals nicht auf sofortige Bezahlung ihrer Dienste hoffen konnten,

sondern nach der Erntezeit nochmals die Bauernhöfe aufsuchen mussten, um ihren ausstehenden Handwerkerlohn einzufordern:

Erst dann hatten die Bauern Geld für die Handwerker-Leistungen.

Allgemeiner Tag der Abrechnungen, auch mit dem Gesinde, war Mariä Lichtmess, der 2. Februar.

Wenn vereinzelt Handwerker dieses System der Stör durchbrachen, um sich mit einem Ladengeschäft selbständig zu machen,

führte dies manchmal zu Konflikten mit den reichen und mächtigen Bauern.

Denen passte es teils nicht, für Handwerkerdienste in einen Laden gehen zu müssen und die Dienste auch gleich zu bezahlen.

Die Störgeher, einst im süddt. Raum Större genannt, sind heutzutage nahezu ausgestorben.

Bis in die 1950er Jahre arbeiteten Störschneiderinnen und -schuster in den Häusern von Bürgern und Bauern.

Heute versuchen sich in diesem Gewerbe gelegentlich noch wandernde Scherenschleifer, die seit jeher beim Volk eine schlechte Akzeptanz hatten:

so existiert bis heute im schwäbischen Dialekt das Schimpfwort „Schereschleifer“ für einen Taugenichts.

Vereinzelt erlebt die Stör in der Schweiz eine Art „Renaissance“;

nebst den seit längerer Zeit tätigen Störmetzgern kennen wir mittlerweile – zum Teil als Modeerscheinung – auch die Störköche.

Aus Zürich ist das Beispiel von Stör-Erziehern (Sozialpädagogen) bekannt, welche bei Konflikten oder familiären Engpässen Einsätze „auf Stör“ leisten.

 

Bedeutung des Störhandwerks

Der "Stör-Aufenthalt" der Handwerker bedeutete für den Auftraggeber eine wesentliche Zeit- und Kostenersparnis,

da er die erforderlichen Anproben am Hof ermöglichte und Mitgliedern der Familie und dem Gesinde weite Wege ersparte.

Für alle Beteiligten war darüber hinaus die Anwesenheit von Störhandwerkern eine willkommene Abwechslung. Brachten sie doch neue Gesichter und Berichte über aktuelle Ereignisse auf den oft abgelegenen Hof.

Die Stör-Handwerker selbst waren wie die Dienstboten von der Kochkunst der Bäuerin mehr oder minder angetan. Auch die hygienischen Verhältnisse lösten nicht immer Begeisterung aus. Manche vertrugen auch die dort verabreichte deftige Kost weniger gut und waren froh, wenn sie wieder in die eigene Werkstatt zurück kehren konnten. Andere liebten die störbedingte Abwechslung.

 

Quelle: Wikipedia

 

Mein Beruf ist Trachtenschneiderin - keine Säcklerin / Lederhosenmacherin

                                              und auch nicht Kürschnerin

 

 

Der Säckler

 

Der Begriff kann erstmals im 8. Jahrhundert nachgewiesen werden.

 

Säckler fertigten damals lederne Säcke.

Im Laufe der Zeit erfuhr der Säckler einen Bedeutungswandel.

Im 17. Jahrhundert taucht der „Säckler“ als Hersteller von stabilen Mehlsäcken auf,

für die man vorwiegend gegerbtes Leder verwendete.

Mit dem Aufkommen des Leinens wurde dann der „Säckler“ zum

Bekleidungsschneider bzw. Lederbekleidungserzeuger.

 

Ab der frühen Neuzeit stand die Fertigung von lederner Beinkleidung, aber auch Oberbekleidung, Taschen oder Handschuhe im Vordergrund.

Heute wird der Begriff fast ausschließlich für die Herstellung von Lederhosen benutzt.

 

Der alte Begriff „Säckler“ wird aber von den renommierten Betrieben in Österreich und Bayern heute noch aufrechterhalten.

Säckler ist in Bayern und Österreich ein Ausbildungsberuf.

Dass dieser in Bayern nicht ausgestorben ist, ist auch der Familie Pöllinger zu verdanken.

Wiederbelebt wurde er, als Frau Irmgard Pöllinger 1976 darauf bestand, diese Ausbildungsrichtung einzuschlagen.

Daraufhin ließ sie sich von ihrem Schwiegervater ausbilden.

Seitdem kann man in Bayern wieder das Säcklerhandwerk erlernen.

 

Die handgefertige Trachtenlederhose & Hosenträger

 

Eine richtige Lederhose wird nach Maß gefertigt. Für das Maßnehmen und den Zuschnitt des Leders ist der Meister zuständig.

Ausgebildete Säckler /-innen übernehmen dann die Handstickereien und Näharbeiten.

Für eine schlichte Hose wird mindestens ein Arbeitstag benötigt. An einer reich bestickten Hose wird eine Woche gearbeitet.

Vorlagen für die Stickereien sind häufig alte überlieferte Muster, die teilweise von ebenso alten Lederhosen abgenommen werden.

Rund achtzig Prozent der von Hand gefertigten Hosen sind aus Hirschleder.

Aber auch Ziegenleder kommt zum Einsatz. Für eine traditionelle bayerische Lederhose wird sämisch gegerbtes Leder verwendet.

Die sämische Gerbung ist ein sehr altes, aufwendiges und natürliches Gerbverfahren - Gerberverfahren ohne giftige Chromsalze

Es wird nur noch von sehr wenigen Gerbereien in Bayern und Österreich angewandt - die Nächste wäre die Gerberei Georg Igl in Grassau

Die Anfertigung von Trachten - Hosenträgern fällt ebenfalls in das Fachgebiet vom Säckler

 

  • Anfertigung, Reparatur oder Änderung von Lederhosen
  • Anfertigung, Reparatur oder Änderung von Hosenträgern

 

Kürschner / in für Pelz und Leder - Berufsbild heute

Das heutige Berufsbild des Kürschners ist erst 150 Jahre alt, denn vor 1850 war es auch Aufgabe der Kürschner, die zu verarbeitenden Felle vorher zu gerben und zu färben. Man spezialisierte sich, und es entstand der Beruf des Bankkürschners, welchem das Gerben und Färben oblag, und des Nadelkürschners,

welcher nur noch gestaltete und nähte.
Jetzt erst beginnt die Zeit moderner Pelzbekleidung. 1880 werden die ersten Paletots und Mäntel ganz aus Persianer vorgestellt und 1900 zur Pariser Weltausstellung wird ein Reigen von Edelpelzen gezeigt.

Ein bodenlanger, taillierter, ausgelassener Nerzmantel erregt besondere Bewunderung.
200 Gesellenstunden und 1000 Näherinnenstunden waren dazu nötig – heute unbezahlbar.

 

 

Nerzkleid, 1900.
Dieses Kunstwerk von Kürschnerarbeit zeigte damals nach Ansicht der Fachleute den Gipfel des bisher Erreichten. Gesellenarbeitszeit 200 Stunden, Näherin 1000 Stunden. Obwohl die Pelznähmaschine bereits erfunden war, hatten die Näherinnen die Auslassnähte mit der Hand genäht.

 
Kürschner und Model vor der Modenschau, Rotfuchsschal (2011)

Neben der Herstellung, Reparatur und Pflege von Pelzen zählt auch die Kundenberatung, Modellentwurf und Materialauswahl zu den Aufgaben des Kürschners.

Die Kürschnerei ist seit 2004 in Deutschland ein zulassungsfreies Handwerk. Somit können auch Gesellen einen eigenen Betrieb führen, ohne über langjährige Berufserfahrung oder einen Meisterbrief zu verfügen. Kürschner/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und umfasst neben den handwerklichen Fähigkeiten auch die Vermittlung von kaufmännischen Kenntnissen.

Rachel Zoe mit Mantel aus Persianer und Waschbär (2012)

Nach dem früher eher klassischen Pelz ist in den letzten Jahrzehnten für den Kürschnerberuf Design und modische Stilsicherheit immer wichtiger geworden. Der Aufgabenbereich des Kürschners umfasst jedoch nach wie vor die komplette Herstellung eines Pelzes, Entwurf und Schnittherstellung, das Sortieren, Schneiden und Nähen der Felle, das Zwecken (Glattspannen), Abgleichen, Beheften, Zusammennähen, Ausfertigen und Füttern des Pelzteils. Hinzu kommen das Nähen der Stoffhüllen für Pelzinnenfutter, die Verarbeitung von Leder und Stoff in Zusammenhang mit der Pelzverarbeitung und die Herstellung von Kleinpelzen wie Schals, Muffs oder einfache Hutformen. Ein erheblicher Teil seiner Arbeit in den Sommermonaten besteht in der Pflege der Kundenpelze: Pelzumgestaltung, Reparatur, Pelzreinigung, Pelzaufbewahrung (Konservierung) und sonstigen Servicearbeiten.

Je nach Größe des Handwerksbetriebs erfolgt nach dem Ende der Ausbildung oft eine Spezialisierung der Tätigkeit in den Schneide- und den Nähkürschner, das heißt alle Näharbeiten werden von dem Pelznäher beziehungsweise der Pelznäherin (bis etwa um 1960, zumindest regional, auch Kürschnermamsell genannt[19][20]) ausgeführt. Für das Nähen mit der Pelznähmaschine erfolgt häufig eine erneute Arbeitsteilung, insbesondere auch für das Nähen der sogenannten Auslassarbeiten (Verlängern der Felle durch Schnittanlagen). - Der Meister leitet neben seiner normalen Kürschnerarbeit in der Regel die Werkstatt, er führt die Kundengespräche, erstellt die Schnittmuster und erledigt die Anproben. Falls er nicht, wie meist, gleichzeitig der Inhaber des Betriebs ist, überschneiden sich die Tätigkeiten insbesondere im Einkauf der Ware, der Modellentwicklung, der Kalkulation und im Verkauf im Geschäft.

Der Wareneinkauf für Felle und Konfektion erfolgt über Großhändler und auf der Mailänder Rauchwarenmesse Mifur, für Felle auf internationalen Auktionen, entweder direkt durch den Inhaber und/oder den Meister oder über Kommissionäre.

Die Ausbildung geschieht in den Betrieben des Kürschnerhandwerks. Der schulische Teil der Ausbildung erfolgt meist im Blockunterricht in der Berufsschule in Fürth (Bayern), die Vorbereitung auf die weiterhin mögliche Ablegung der Meisterprüfung oft auf der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode.

 

Das Handwerkszeug des Kürschners

  • Kürschnermesser 
  • Hauptartikel: Kürschnermesser
    ursprünglich ein geschliffenes Stück Stahl, das auf dem angefeuchteten Wetzstein bei Bedarf spitz nachgeschliffen wurde. Heute bezeichnet der Begriff einen Klingenhalter in etwa der gleichen Form.
  • Zweckzange 
  • Zange zum Greifen der Fellkanten und Aufnageln des Pelzes mit Zwecknägeln oder Stecknadeln beim Zwecken (Glattspannen).
  • Zweckpistole, Handtacker 
  • Werkzeuge zum Aufnageln (Pressluft- oder gelegentlich Elektrotacker, erstmals 1964, oder per Federdruck).[21]
  • Zweckplatte, Zwecktisch 
  • hierauf werden die angefeuchteten Fellteile zum Glattspannen aufgenagelt; oft beheizbar und mit Ventilatoren.
  • Abzwecker 
  • zum Herausziehen der Zwecknägel oder der Zweckklammern.
  • Nahtroller, Rollholz, Streckholz 
  • zum Glätten der Nähte und Weichreiben der gezweckten Pelze.
  • Messingkamm, Drahtbürste 
  • zur Haarbehandlung.
  • Kopierrad
  • zum Markieren von Merkmalen der Haarseite auf die Lederseite und zur Schnittmustererstellung.
  • Grotzenstecher, Stechahle
  • zumindest dem Namen nach zum Anzeichnen des Grotzens (der Fellmitte) auf der Lederseite.
  • Gelbstift (Fettstift) und Kreiderad
  • für Markierungen, Beschriftungen und weiteres Kennzeichnen auf der Fellabseite; außerdem den Puderbeutel zum vereinfachten Aufzeichnen von Fellschablonen (Zacken- oder Wellenmuster für Fellverbindungen).
  • Einstreichpinzette
  • zum Einstreichen der Haare beim Nähen mit der Pelznähmaschine.
  • Muffblöcke, Hutblöcke
  • zum Spannen verschiedener Muff- oder Hutformen; Kopfformen zur Anfertigung von Kolliers (Schals in Tierform).
  • Schere, Evelierschere, Steck- und Nähnadeln, Nähring, Bügeleisen, Maßband, Zollstock.

Als Kürschnernadel, richtiger Dreikantnadel ist eine Nähnadel im Handel, die in der Kürschnerei nahezu keine Verwendung mehr findet. Sie wurde vor Erfindung der Pelznähmaschine benutzt, um ganz besonders dicke Felle, beispielsweise sehr kräftige Schaffelle für Schlitten- oder Kutscherpelze, zu nähen. Da die Dreikantnadel das Fell nicht dehnt, sondern zerschneidet, erzeugt sie keine reißfeste Naht.

 

Die Maschinen des Kürschners

 

  • Pelznähmaschine, Einfaden-Blindstich-Nähmaschine zum Zusammenfügen der Fellteile mit einer überwendlichen Naht.
  • Die Anfänge dieser Nähmaschine mit Überwendlichstich reichen bis etwa 1800 zurück. Balthasar Krems aus Mayen in der Eifel ist die Grundkonstruktion dieser Maschine zuzuschreiben, die in ihren wesentlichen Merkmalen bis heute gleich geblieben ist. Um 1870 baute die Firma Rittershausen in Berlin die ersten Überwendlichmaschinen in großen Serien.[22] Ab 1888 wurden sie zunehmend mit elektrischen Kleinmotoren ausgestattet.[23]
  • Pikiermaschine, Einfaden-Blindstich-Flachnähmaschine zum Aufbringen von Zwischenzutaten wie Pikierstoffen, Vliesstoffen oder Wattierungen
  • Bügelpresse anstelle des Pikierens zum Aufbügeln von Zwischenstoffen auf die Pelzlederseite
  • Nähmaschine zum Nähen des Innenfutters und für Schneiderarbeiten
  • Ledersteppmaschine
  • Klopfmaschine zum Entfernen von Staub, losen Haaren und Reinigungsmehl nach dem Läutern in der
  • Läutertonne, zum Reinigen mit Holzmehl und Weichschütteln von Pelzen.
  • Dampf-Steamer zum Aufblasen des Haars.
  • Bügelmaschine zum Glätten des Haars, insbesondere bei Pelzen in Samtoptik.
  • Auslass-Schneidemaschine, schneidet das Fell in schmale Streifen. Diese werden, geringfügig verschoben, zu Streifen in der Länge des Pelzteils (beispielsweise in Mantellänge) neu zusammengenäht
  • Auslassmaschine, eine Konstruktion der Firma Pfaff, die den gesamten Vorgang des Schneidens in Auslassstreifen, verschieben der Streifen und wieder zusammennähen in einem automatisierten Arbeitsgang bewältigte. Wurde wegen des hohen Preises wohl nur in kleiner Stückzahl gebaut (ab 1983).[24]
  • Fellkanten-Beschneideeinrichtung, ein Zusatzgerät zur Pelznähmaschine. Es wurde etwa gleichzeitig mit der Auslass-Schneidemaschine ebenfalls von Pfaff vorgestellt. Mit ihm wurden die beim Auslassen entstehenden Fellecken beim Zusammennähen der ausgelassenen Streifen automatisch abgeschnitten, normalerweise eine zeitaufwändige und unangenehme Handarbeit.[25] Ob das Gerät tatsächlich in Serie gegangen ist, scheint jedoch nicht bekannt.
  • Staffiermaschine, zum Einnähen des Stofffutters, wird vereinzelt in der Konfektion benutzt.

 

 

Fachbegriffe der Kürschnerei

 
  • Abgleichen: Das Zuschneiden des gespannten Pelzteils
  • Anbrachen: Das Reparieren der Schadstellen im Fell
  • Auslassen: Das Verlängern der Felle auf Kosten der Breite durch V- bzw. A-förmige Schnitte (Gegensatz: Einlassen)
  • blau: Farbbezeichnung für die dunkelsten, blaustichigen Winterfelle, Gegensatz rot
  • Bleichen: Das Aufhellen dunkler Farben, oftmals um die Felle anschließend andersfarbig einzufärben. Auch für das zusätzliche Aufhellen bereits weißer Felle, in der Regel verbunden mit der Behandlung mit optischen Aufhellern. Im Rahmen einer Modellneugestaltung u. U. auch bei vergilbten, getragenen Pelzteilen möglich
  • Blenden: Nachdunkeln des Oberhaars durch nur leichtes Aufstreichen der Farbe, auch für das Dunkelfärben des Fellleders. Letzteres dient dazu auf der Haarseite das Durchscheinen des weißen Leders zu verhindern (Lederblenden; noch lange hielt sich in der Kürschnerei für das meist und universell verwendete, spirituslösliche Anilin-Schwarz, eigentlich dunkelstblau, der Begriff „Nigrosin“)
  • Body: Für die Verarbeitung eines Pelzteils vorbereitetes rechteckiges Fell(-stücken)teil, meist von Spezialbetrieben aus kleinen Fellen oder aus Resten zusammengesetzt
  • Eulanisieren: Allgemeine Bezeichnung für das insektensicher machen von Bekleidung oder Teppichen, ursprünglich durch die Chemikalie Chlorphenylid (Markenbezeichnung Eulan) der Firma Bayer AG
  • Färben: Häufig angewandte Veredlungstechnik, insbesondere um aktuelle Modefarben zu erzielen. Im Rahmen einer Modellumgestaltung oft auch bei getragenen Pelzen möglich. Das Fell kann ohne vorheriges Bleichen in der Regel nur dunkler als vorher gefärbt werden, in der Farbwahl sind durch die entstehenden Mischfarben die Farbmöglichkeiten eingeschränkt. Einen bei neuem Material möglichen, vorhergehenden Bleichprozess werden alte Pelze im Zusammenhang mit dem Färben eventuell nicht mehr aushalten.
  • Federn: Das Zwischennähen von schmalen Lederstreifen (Oberbegriff → Galonieren) in V-Form, oft verbunden mit dem → Auslassen
  • Female: Das weibliche Kleinpelztier, vor allem beim Nerz (auch: Fähe)
  • Finish: Die Endbehandlung fertig gearbeiteter Pelze z. B. durch Einstreichen und Aufrauen des Haares, durch → Klopfen, → Läutern, Weichschütteln, Steamern des Haares mit Heißluftgebläsen, Bügeln des Haares mit speziellen Pelzbügelmaschinen. Einzelne dieser Prozesse können auch zur Auffrischung und Pflege getragener Pelze angewendet werden. Ausführung durch den Kürschner oder durch die Weitergabe an Spezialbetriebe
  • Galonieren: Das Zwischennähen von Lederstreifen oder Textilbändern, dient vor allem zur Vergrößerung der Fellfläche. Luftgalonieren: Hierbei wird das Leder bei langhaarigen, dichtbehaarten Fellen in kurzen Abständen eingeschnitten und gitterförmig auseindergezogen fixiert. Das Ergebnis ist ein besonders duftiges, weich fallendes Produkt bei gleichzeitiger Flächenvergrößerung.
  • Geflochtene, gewirkte Pelze: Felle werden in, zumeist schmalstmögliche, Streifen geschnitten und als Fäden in textile Schalnetze eingeflochten, in der Regel indem die Pelzfäden um die Netzfäden gewunden werden. Da als Ergebnis ein Produkt mit Haaren auf beiden Seiten entsteht, ist diese Arbeitstechnik besonders für Kleinteile wie Schals und Stolen geeignet, aber auch für Jacken (Strickjackenoptik) und Mäntel. Wegen des großen Arbeitsaufwandes meist aus Billiglohnländern (China). Eine frühe Erwähnung findet 1962 der handgewebte Pelz eines deutschen Herstellers als Kinderwagen-Lammfellgarnitur aus australischem Lammfell.[26]
  • Granne: Bei Fellen mit Oberhaar und Unterwolle das Oberhaar (z. B. alle Marderarten wie Nerz, Otter, Zobel usw., keine Unterwolle haben beispielsweise Lamm und Zickel)
  • Grotzen: Der Fellrücken (meist am langgrannigsten, oft dunkler)
  • Hülle: Der Übermantel für ein Pelzinnenfutter
  • Kahlauer: Eine unbehaarte Stelle im Fell
  • Klopfen: Das Entfernen des losen Schmutzes und eventueller Insektenlarven durch Ausklopfen von Hand mit Rohr- oder Haselnussstöcken oder mit der Pelzklopfmaschine. Eine der Grundarbeiten des Kürschners im Rahmen der Pelzkonservierung
  • Konservierung: Die Pelz-Sommeraufbewahrung bei gleichzeitiger Pflege durch einen Pelzfachbetrieb
  • Läutern: Das Reinigen der Pelze durch Holzmehl
  • lederfertig: Der Zustand des fertig zugeschnittenen Pelzteils vor dem Aufbringen der Innenverarbeitung
  • Male: Das männliche Kleinpelztier, vor allem beim Nerz (auch: Rüde)
  • Mutationsfarben: Durch plötzliche, sprunghafte, natürliche vererbbare Farbveränderung entstandene neue Fellfarben (insbesondere bei Nerz, Nutria)
  • Nourkulemi: Extra zu verarbeitende Kehlstücken, vor allem bei Nerz und Zobel
  • Nacktpelz: Alte, nur noch selten benutzte Bezeichnung für die mit der Lederseite nach außen zu tragenden Mäntel oder Jacken aus Lamm- oder Ziegenfell, auch „wie gewachsen“. Häufig bestickt (Trachtenpelz)
  • Pikieren: Das Aufnähen von textilen Zwischenstoffen (zwischen Pelz und Innenfutter) auf die Lederseite eines zugeschnittenen Pelzes. Insbesondere bei stark dehnbaren oder leicht einreißenden Pelzen erhöht das Pikieren Haltbarkeit und Formbeständigkeit des fertigen Kleidungsstücks.
  • Pumpf: Das hintere Teil des Felles
  • rauch: Bezeichnung für dichtes, nicht straff anliegendes Haar. Auch die Rauche
  • Reinforcing: (= verstärken) Nachdunkeln der Felle durch die Behandlung mit Metallsalzen, insbesondere bei hellerer Unterwolle. Die Felle gelten weiterhin als naturell, also nicht gefärbt (insbesondere bei Nerz und Bisam)
  • rot: Gegensatz → blau
  • Rupfen: Das Entfernen des Grannenhaars (Ergebnis z. B. Samtnerz, Samtnutria, Samtwiesel, früher auch üblicherweise beim Haarseehund/Seal). Seit etlichen Jahren, soweit möglich, auch bei zertrennten, getragenen Nerzpelzen angewendet
  • Scheren: Das Kürzen des Haares durch Schermaschinen (Ergebnis z. B. Samtbisam, Samtnerzstücken, Biberlamm, Sealkanin). Auch beim zertrennten, getragenen Pelz möglich
  • Schnatte: Ein beim Entpelzen oder Zurichten entstandener Aufriss des Oberleders (Narbenbruch) auf der Fellseite
  • Schönen: Nicht rein weiße oder vergilbte weiße Felle werden chemisch aufgehellt, entweder durch die Behandlung mit optischen Aufhellern oder mit einem rotstichigen Blaufarbstoff
  • Thiliki: Extra zu verarbeitende Bauchstücken, vor allem bei Nerz und Zobel
  • Veredlung: Sammelbegriff für Veränderungen des Haares, z. B. durch Färben, Rupfen, Scheren oder der Lederseite durch Färben, Nappieren, Veloutieren, Bedrucken
  • Wamme: Die Bauchseite des Felles
  • Zurichten: Das Gerben von Fellen für Pelzzwecke
  • Zwecken: Das Glattspannen der auf der Lederseite angefeuchteten Pelzteile nach dem Zusammensetzen der Felle vor dem Abgleichen (in die endgültige Form schneiden). Auch Vorzwecken (der Felle oder der Fellstreifen), Umzwecken (in Form spannen zur Vermeidung von Abnähern) und Abzwecken
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